Die Entwicklung des abstrakten Denkens untersuchen
Unsere Vorstellungen von Moral, Gesellschaft und Spiritualität mögen sehr persönlich sein, aber sie basieren auf Ideen, die uns von anderen vermittelt wurden. Abstrakte Gedanken wurden über Tausende von Generationen weitergegeben. Die Erklärung der alten Ursprünge dieser Traditionen war eine der grössten Herausforderungen für Anthropologen und Archäologen, aber Prof. John Mansfield vom Institut für interdisziplinäre Sprachentwicklung an der Universität Zürich glaubt, dass Sprachdaten neue Erkenntnisse liefern können.
Im neuen, vom ERC finanzierten Projekt „Conceptual Diversity and the Evolution of Abstract Thought” (CONCEVO) wird Mansfield ein Forscherteam leiten, das eine Methode zur Rekonstruktion der Entwicklung abstrakter Konzepte, insbesondere von Spiritualität, Ethik und sozialen Beziehungen, entwickeln soll. „Anhand von linguistischen und anthropologischen Daten aus Hunderten verschiedener kultureller Gruppen können wir mit neuen statistischen Verfahren die wahrscheinlichsten evolutionären Verläufe ableiten, die zu den Konzepten geführt haben könnten, die wir heute in verschiedenen indigenen Kulturen finden”, sagt Mansfield. Dieses Projekt könnte unser Wissen über die Geschichte des menschlichen Denkens erheblich erweitern und gleichzeitig die intellektuellen Traditionen hervorheben, die durch die Globalisierung am stärksten bedroht sind.
