Untersuchung des sozialen Timings bei Seidenäffchenpaaren
In einer kürzlich veröffentlichten Studie der WP Accommodation haben Forscher herausgefunden, dass Affenpaare abwechselnd füttern und aufpassen, wenn es nicht möglich ist, beides gleichzeitig zu tun. Dazu müssen sie jedoch in der Lage sein, das Verhalten des anderen zu beeinflussen, d. h. sich zu koppeln. „Wir haben herausgefunden, dass sich Seidenäffchen flexibel koppeln können und dass sie sich stärker koppeln, wenn sie anfangs nicht mit ihrem Partner synchron sind“, sagt Nikhil Phaniraj, Co-Erstautor der Studie und Doktorand von Prof. Judith M. Burkart an der Universität Zürich.
In ihrer Arbeit stellt die Gruppe einen neuartigen mathematischen Rahmen zur Verfügung, der auf die Untersuchung der Synchronisation in biologischen Systemen zugeschnitten ist. Mit Hilfe dieses Rahmens konnten sie untersuchen, wie sich dieses abwechselnde Verhalten bei Seidenäffchen im Laufe der Zeit entwickelt hat. „Diese Studie unterstreicht, wie ein Verhalten wie die Wachsamkeit, von dem man traditionell nicht annimmt, dass es Einblicke in die kognitiven Mechanismen eines Tieres gewährt, genutzt werden kann, um zu zeigen, wie sehr Marmosetten das Verhalten anderer berücksichtigen können“, sagt Dr. Rahel K. Brügger, Ko-Erstautorin der Studie und Postdoktorandin in der Gruppe von Prof. Judith M. Burkart an der Universität Zürich. Nach Ansicht der Autoren scheinen Marmosetten ein vielversprechendes Modell für die Erforschung der kognitiven Aspekte des sozialen Timings zu sein.
Die Arbeit ist auf der Titelseite der Mai-Ausgabe von PLOS Computational Biology zu sehen.
Reference
Nikhil Phaniraj, Rahel K. Brügger, Judith M. Burkart. 2024. Marmosets mutually compensate for differences in rhythms when coordinating vigilance. PLOS Computational Biology. https://doi.org/10.1371/journal.pcbi.1012104
